Aphantasie

posted at 2026-01-06 in knowledge

Zusammenfassung

Das seltene Phänomen der Aphantasie beschreibt die Unfähigkeit oder stark eingeschränkte Fähigkeit Dinge mental zu visualisieren und tritt zusammen mit verschiedenen, je nach Betroffener Person unterschiedlich stark ausgeprägten Begleiterscheinungen auf.

Die auffälligsten dieser Begleiterscheinungen sind ein stark beeinträchtigtes autobiographisches Gedächtnis und eine damit einhergehende geringere Fähigkeit zu autobiographischen Zukunftsvorstellungen, sowie eine geringere emotionale Aktivierung auf Erzähltes oder Geschriebenes. Außerdem haben Betroffene oft weniger lebhafte Träume und können sich an diese weniger häufig erinnern.

Die pathologische Signifikanz ist in der Regel nur gering, da alle Aufgaben des Alltags ohne Einschränkungen erledigt werden können.

Einleitung

Aphantasie beschreibt die Unfähigkeit Dinge mental zu visualisieren. Etwa 3-6%1, 2, 3 der Bevölkerung sind hiervon betroffen. Die Ursache für das Auftreten des Phänomens, scheint in der Beeinträchtigung des visuellen Kortexes zu liegen2. Sie ist abzugrenzen von Beeinträchtigungen des visuellen Gedächtnisses, welche neben dem Verlust der Erzeugung mentaler Bilder auch zu Seelenblindheit führt, während Aphantasie nur die Fähigkeit der mentalen Bilderzeugung betrifft1.

Es gibt Verschiedene Ursachen für Aphantasie, die noch nicht vollständig erforscht sind. Es ist jedoch sicher, dass es erworbene (z.B. nach Operationen oder Unfällen, oder durch emotionale Störungen) sowie angeborene Aphantasie gibt2.

Zudem tritt Aphantasie in unterschiedlich starken Ausprägungen auf3. Diese Befunde legen nahe, dass Aphantasie und das Gegenteil, die besonders starke Erzeugung mentaler Bilder, die Hyperphantasie, die Extreme eines Spektrums darstellen, in das alle Menschen fallen, da sich die Lebhaftigkeit mentaler Visualisierungen aller Menschen voneinander unterscheidet4.

Anamnese

Für die Feststellung einer Aphantasie, wird zumeist as Vividness of Visual Imagery Questionnaire (VVIQ) verwendet2. Es handelt sich dabei um einen Fragebogen, der die Fähigkeit zur mentalen Visualisierung abfragt. Weiterhin gibt es Studien, die räumliche Vorstellung abfragen, oder physiologische Parameter erheben5.

Ursachen

Der Grund für das Auftreten von Aphantasie scheint physiologischer Natur zu sein. Es gibt einige Studien, die zeigen, dass die Kommunikation zwischen einigen Hirnarealen bei Menschen mit Aphantasie eingeschränkt ist. Welche Areale genau betroffen sind ist Gegenstand aktueller Forschung. Jedoch scheint es ziemlich sicher eine verringerte Kommunikation zwischen dem visuellen Okzipitallappen und präfrontalen Hirnarealen zu geben2, 3. Erste Studien konnten mittels funktionaler MRT-Aufnahmen zeigen, dass Menschen mit Aphantasie im Vergleich zu Menschen ohne Aphantasie eine verringerte Aktivität des visuellen Kortexes aufwiesen. Zudem wurde ein Bereich im linken fusiformen Kortex entdeckt “Fusifomer Visualisierungsknoten (FIN)”, welcher dazu dient Signale zwischen visuellem Vortex und Präfrontallappen auszutauschen und bei Menschen mit Aphantasie nicht aktiviert wird. Dies kann auch ein Grund für die Assoziation von Aphantasie und Autismus sein, da bei Menschen mit Autismus ebenfalls der Signalaustausch zwischen Hirnarealen beeinträchtigt ist3.

Ausprägungen

Fast alle Menschen mit Aphantasie haben ebenfalls eine signifikant verringert lebhafte mentale Repräsentation weiterer Reize, während diese bei anderen in normalem Maß vorhanden ist6, 7, 8, in Einzelfällen kann ein von Aphantasie betroffener Mensch sogar z.B. eine besonders lebhaft ausgeprägte mentale auditive Repräsentation haben3. Weitere Unterschiede liegen im Umfang der Fähigkeit zur amodalen und modaler Vervollständigung6. Während die Erzeugung mentaler Bilder eingeschränkt oder nicht vorhanden ist, ist die räumliche Vorstellungskraft nicht beeinträchtigt und in machen Fällen sogar höher als bei Menschen ohne Aphantasie9. Mit einer ähnlichen Frequenz wie Aphantasie gibt es aber eine andere Gruppe von Menschen, bei denen ausschließlich die räumliche Vorstellungskraft und nicht die bildliche eingeschränkt ist.

Bei wenigen Menschen mit Aphantasie ist ebenfalls die Fähigkeit zu Träumen eingeschränkt, in der Regel bleibt diese jedoch vorhanden. Oftmals ist allerdings die Lebhaftigkeit der Träume und Fähigkeit sich an seine Träume zu erinnern verringert3, 8.

Als wie schwerwiegend für das eigene Leben eine Aphantasie eingestuft wird, ist höchst individuell. Meist berichten Betroffene jedoch nicht von Einschränkungen10.

Veränderte Kognition bei Aphantasie

Studien legen nahe, dass Menschen die von Aphantasie betroffen sind, keine Einschränkungen im Kurzzeitgedächtnis haben. Es scheint aber Einschränkungen bei Aufgaben zu geben, die ein ausgeprägtes visuelles Arbeitsgedächtnis erfordern. Messbare Unterschiede treten jedoch nur auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad solcher Aufgaben auf, sodass sich sie Unterschiede im Alltag kaum bemerkbar machen2, 7, 11. Mehrere Studien legen außerdem nahe, dass Menschen mit Aphantasie ein signifikant schlechteres Langzeitgedächtnis sowie ein sehr stark eingeschränktes autobiographisches Gedächtnis haben12, 11. Diese Einschränkungen im autobiographischen Gedächtnis können der Grund sein, dass viele Menschen mit Aphantasie auch eine eingeschränkte autobiographische Zukunfts-, und atemporale Vorstellungskraft haben2, 3. Das Faktengedächtnis scheint von diesen Einschränkungen nicht betroffen zu sein8.

Bei manchen von Aphantasie betroffenen ist das autobiographische Gedächtnis so stark eingeschränkt, dass sie die Koexistenz des so genannten syndrome of severely deficient autobiographical memory (SDAM) angenommen werden kann. Menschen mit SDAM haben keinerlei lebhafte Erinnerungen in erster Person an von ihnen persönlich erlebten Ereignissen, haben aber kaum Einschränkungen bei der Erledigung von Aufgaben des Alltagslebens. Etwa ein Drittel aller von SDAM betroffenen Personen, sind zudem Aphantast:innen3.

Von Aphantasie betroffene zeigen häufig geringere Empathie auf gesprochene oder gelesene Worte. Dies mag daran liegen, dass eine ausgeprägte mentale Visualisierung Erzähltes realistischer Erscheinen lässt und so zu höherer Aktivierung von Emotionen führt2. Die verringerte Empathie tritt nicht auf, wenn visuelles Material wie Fotos oder Videos verwendet werden13, 14.

Generell weisen Menschen mit Aphantasie eine geringer emotionale Aktivierung durch Gedanken auf. So berichten Studien, dass sich bei Menschen mit Aphantasie beispielsweise nicht die Herzrate beschleunigt, wenn sie versuchen eine geliebte Person zu visualisieren, wie es bei Menschen ohne Aphantasie der Fall ist15. Auch gibt es weniger stark Erhöhte Hautleitfähigkeit beim Lesen von spannenden oder gruseligen Geschichten14. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass mentale Visualisierung verstärkend auf Emotionen wirkt15, 13.

Das zuvor erwähnte leicht verringerte Kurzzeitgedächtnis und die unter Umständen eingeschränkte atemporale Vorstellungskraft sind ebenfalls Erscheinungen einer Autismus-Spektrum-Störung, weshalb Menschen mit Aphantasie regelmäßig höhere Punktzahlen im Autism Quotient Questionnaire (AQ) erreichen, als Menschen ohne Aphantasie2. Jedoch berichten viele von Autismus betroffene Personen, dass sie visuelle Denker sind und ausgeprägte Fähigkeiten zur mentalen Visualisierung haben, sodass Aphantasie und Autismus vermutlich durch andere Mechanismen zu in Teilbereichen ähnlichen Ergebnissen führt16.

Etwa 40% der von Aphantasie Betroffenen sind ebenfalls von Gesichtsblindheit betroffen. Vorherige Studien zu Gesichtsblindheit haben bereits gezeigt, dass in die Gegenrichtung Gesichtsblinde im Durchschnitt weniger lebhafte mentale Visualisierung haben. Außerdem gibt es Daten die aufzeigen, dass Aphantasie generell zu veränderter Wahrnehmung führt. So ist zum Beispiel häufig die Fähigkeit zur Mustererkennung eingeschränkt, was zum Beispiel das Finden von Objekten, oder das vergleichen zweier Bilder erschwert3, 9.

Pathologische Signifikanz von Aphantasie

p.Da Aphantasie per Definition die Einschränkung einer Fähigkeit beschreibt (die Einschränkung mentale Bilder zu generieren), kommt die Frage auf, ob es sich bei dem Phänomen um eine Behinderung handelt. Die Beschreibungen des Phänomens in der Literatur reichen von “einer interessanten Variation menschlicher Wahrnehmung”, bis zu “psychischer Behinderung”.

Ein Phänomen wird normalerweise anhand fünfer Kriterien als Behinderung klassifiziert:

Seltenheit, Verletzung sozialer Normen, unangepasstes Verhalten, Beeinträchtigung des täglichen Lebens und Leidensdruck.

Der Punkt der statistischen Seltenheit ist bei einem Aufkommen von 3-6% der Bevölkerung gegeben. Als Behinderung angenommen Phänomene wie Angststörungen (14,7%) und Depressionen (10%) kommen weitaus häufiger in der Bevölkerung vor10.

Was gesellschaftliche Normen verletzt und als unangepasstes Verhalten gilt, ist stark abhängig von der Gesellschaft in der sich eine Person befindet. Das verminderte autobiographische Gedächtnis und damit verbunden auch das verminderte emotionale Gedächtnis ermöglicht es Menschen mit Aphantasie häufig nach einschneidenden Erlebnissen (Trennung, Tod, etc.) schneller wieder zu ihrem Alltag zurückzukehren. Dies kann von vielen Menschen als normverletzend wahrgenommen werden10. Menschen mit Aphantasie zeigen außerdem häufig eine geringere Empathie auf erzählte Geschichten, so nehmen ihre Gegenüber oft an, Erzähltes würde sie nicht interessieren, oder sie seien gefühllos. Dies betrifft sowohl Geschichten, die Betroffene von Aphantasie selbst betreffen, als auch Geschichten von Fremden, solange sie nicht von Bildern untermalt werden2. Zusätzlich können Menschen mit Aphantasie autismusähnliche Verhaltensweisen aufweisen, welche ebenfalls je nach Kontext als unangepasstes Verhalten aufgefasst werden können. Studien zeigen jedoch, keine Unterschiede in der Wahrnehmung unangepassten Verhaltens zwischen Menschen mit und ohne Aphantasie10.

Die Einschränkungen des autobiographischen Gedächtnisses3, 8 sowie des visuellen Arbeits- und Langzeitgedächtnisses12, 8 führt zu der Überlegung, on Menschen mit Aphantasie Nachteile beim Lernen oder bei der Arbeit haben, es ist jedoch nicht klar ob diese Gedächtniseinschränkungen stark genug sind, um das tägliche Leben ernsthaft zu beeinflussen. Bisherige Experimente zeigen, dass zumindest bezogen auf kognitive und neuropsychologische Aufgaben von Aphantasie Betroffene genauso gut oder nur leicht schlechter abschneiden als Menschen die nicht von Aphantasie betroffen sind18, 7, 10, 11.

Leidensdruck besteht bei Aphantasie kaum, lediglich Teile der kleinen Untergruppe mit stärker betroffener Störung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses berichten von Leid10.

Die oben erwähnte Fähigkeit nach einschneidenden Ereignissen schneller zum Alltag zurückzukehren, kann einer Studie zufolge der Grund sein, warum Menschen mit Aphantasie weniger anfällig für Traumafolgen sind, als die durchschnittliche Bevölkerung. So zeigen Aphantast:innen weniger starkes Auftreten von intrusiven Gedanken, weniger stark ausgeprägtes Vermeidungsverhalten und weniger starke Änderungen in Kognition und Stimmung, nach einem Trauma8.

Studien zeigen, dass im Gegensatz zur Aphantasie, eine überdurchschnittlich lebhafte mentale Visualisierung das Risiko einer psychischen Erkrankung wie Schizophrenie, Parkinson oder Suizidgedanken bei Depressionen haben. Auch erhöht eine lebhafte mentale Visualisierung die Intensität und Realität bei PTBS Flashbacks2, 9.

Verschiedene Aspekte der Aphantasie

Soziologie

Aphantasie scheint in Menschen überrepräsentiert zu sein, die in mathematisch-wissenschaftlichen Jobs tätig sind, während Menschen mit Hyperphantasie oft in kreativen Berufen arbeiten3.

Unbewusste mentale Visualisierung

Bis dato wird angenommen, dass mentale Visualisierung ein bewusster Akt ist, quasi auf Kommando sieht man Dinge vor seinem inneren Auge. Es gibt jedoch Hinweise, dass es auch einen unbewussten Modus der mentalen Visualisierung gibt. Psychologische und physiologische Experimente, die bis heute in diese Richtung unternommen wurden, liefern zwar erste Hinweis ein diese Richtung, waren jedoch qualitativ nicht gut genug ausgeführt, um die These zweifelsfrei zu unterstützen5.

Die Annahme einer unbewussten mentalen Visualisierung basiert auf der Tatsache, das Menschen mit Aphantasie Aufgaben die mentale Visualisierung benötigen (z. B. das imaginäre drehen eines Würfels) nicht schlechter oder langsamer lösen als Menschen ohne Aphantasie17, 18. Man also annehmen kann, das zumindest im Unterbewusstsein doch ein mentales Bild des Würfels existiert, die von Aphantasie Betroffenen nur nicht bewusst auf dieses Bild zugreifen können3. Dieser These entgegen stehen jedoch Annahmen, das Menschen mit Aphantasie einfach auf andere Methoden zurückgreifen um Aufgaben wie die genannte zu lösen, wie zum Beispiel parameterbasierte oder deskriptive Methoden18.

Auch eine EEG basierte Studie kommt zu dem Schluss, dass Menschen mit Aphantasie auf nicht-bildbasierende Methoden zurückgreifen, um Probleme zu lösen, für die andere Menschen auf mentale Visualisierung zurückgreifen. Diese Studie zeigt veränderte neuronale Aktivität, aber gleiche Performance bei den gestellten Aufgaben7.

Physiologie und Neurologie der mentalen Visualisierung

Mentale Visualisierung schein ein Kernprozess für viele kognitiven Vorgänge wie das Arbeitsgedächtnis, das autobiographische Gedächtnis, Zukunftsprojektion und das Träumen zu sein8. Deshalb ist es interessant, wie genau dieser Prozess funktioniert, und inwieweit er sich bei Personen mit Aphantasie unterscheidet.

Es wird seit den 1970ern debattiert, wie mentale Bilder vom Gehirn verarbeitet und gespeichert werden. Manche Wissenschaftler:innen nehmen an, dass mentale Bilder im gleichen Sinn verarbeitet werden wie Sinnenwahrnehmungen, also in einem bildähnlichen Format, während andere die These vertreten, dass mentale Bilder eher symbolisch verarbeitet werden, ähnlich wie Wörter, ohne räumliche und bildliche Anteile19, 9.

Aktuelle auf Neuroimaging basierende Studien scheinen die erste Annahme zu unterstützen. Mehrere Studien konnten zeigen, dass bei Menschen mit und ohne Aphantasie vor zuerst der frühe visuelle Kortex aktiv ist, wenn sie auf Kommando verschiedene Gegenstände und Szenen mental visualisieren, bzw. versuchen dies zu tun.

Trotz gleicher Aktivität des frühen visuellen Kortex werden bei Menschen mit Aphantasie also keine mentalen Bilder generiert, was ein weiteres Indiz für die Theorie der Unterbewussten mentalen Visualisierung sein könnte.

Allerdings könnten diese Erkenntnisse auch eine andere Theorie stützen:

Zum einen kann die mentale Visualisierung bei Menschen mit und ohne Aphantasie zwar in den gleichen Hirnarealen ablaufen, jedoch ein komplett anderer Prozess sein, welcher bei Menschen ohne Aphantasie ein bildähnliches Produkt liefert, bei Menschen mit Aphantasie hingegen eine symbolische Repräsentation des Bildes.

Eine andere Theorie könnte lauten, dass im visuellen Kortex von Menschen mit und ohne Aphantasie der gleiche Prozess abläuft, der zuerst eine symbolische Repräsentation des Bildes erstellt, welche bei Menschen ohne Aphantasie nach und nach vom Gehirn mit bildähnlichen Elementen angereichert wird, bei Menschen mit Aphantasie jedoch nicht, sodass ein Spektrum an mentaler Visualisierung entsteht19. Dies wird gestützt durch eine verminderte Aktivität des Hauptteils des visuellen Kortexes (V1, V2, V3) bei Menschen mit Aphantasie, während bei diesen der Präfrontallappen eine höhere Aktivität zeigt als bei Menschen ohne Aphantasie, was darauf hindeutet, dass eher symbolische Repräsentationen entstehen, als bildliche20.

Obwohl mentale Visualisierung und Sinneswahrnehmung bei Menschen zwei unterschiedliche Ergebnisse liefern, legen Studien nah, dass sie auf ähnliche Art und Weise funktionieren. So kann gezeigt werden, dass mentale Visualisierung ähnliche Effekte wie das Sehen auf das Lernen, auf die Emotionen und sogar auf Körperfunktionen wie die Pupillenweitung haben kann. Tatsächlich kann gezeigt werden, dass schwache visuelle Reize (geringe Helligkeit und Kontrast) die gleichen Gehirnareale aktivieren wie mentale Visualisierung. Die stärke der Sinneswahrnehmung scheint zu bestimmen, ob der Reiz im frühen visuellen Vortex verbleibt, oder auch den Hauptteil des visuellen Kortexes aktiviert9.

Aphantasie und Träume

Eine Studie zeigt, dass Menschen mit Aphantasie weniger häufig und weniger lebhaft Träumen, als der Rest der Bevölkerung. Darüber hinaus scheinen Träume bei ihnen auch weniger luzide zu sein. Auch scheint die Ich-Perspektive in den Träumen von Menschen mit Aphantasie weniger deutlich zu sein. Von Aphantasie betroffene berichten außerdem häufiger als andere beim Träumen Zeit mit Nachdenken zu verbringen, was wie andere Befunde ein Hinweis auf die Reduktion von mentaler Visualisierung hin zur symbolischen Darstellung ist8.

Quellen:

1. Lives without imagery – Congenital aphantasia, Zeman A Dewar M Della Sala S, 2015
2. A Systematic Review of Aphantasia: Concept, Measurement, Neural Basis, and Theory Development, Jin F Hsu SM Li Y, 2024
3. Aphantasia and hyperphantasia: exploring imagery vividness extremes, Zeman A, 2024
4. The aphantasia-hyperphantasia spectrum, Nanay B, 2026
5. Aphantasia and the unconscious imagery hypothesis, McKilliam A Kirberg M, 2025
6. Varieties of aphantasia, Nanay B, 2025
7. Task evoked EEG reveals neural processing differences in aphantasia, Boere et al., 2025
8. A cognitive profile of multi-sensory imagery, memory and dreaming in aphantasia, Dawes AJ et al., 2020
9. The human imagination: the cognitive neuroscience of visual mental imagery, Pearson J, 2019
10. No general pathological significance of aphantasia: An evaluation based on criteria for mental disorders, Monzel M Vetterlein A Reuter M, 2022
11. Metacognitive Awareness and the Subjective Experience of Remembering in Aphantasia, Siena MJ Simons JS, 2024
12. Memory deficits in aphantasics are not restricted to autobiographical memory – Perspectives from the Dual Coding Approach, Monzel M Vetterlein A Reuter M, 2022
13. Seeing Is Feeling: How Aphantasia Alters Emotional Engagement With Stories, Abdelrahman N Melcher D Ripolles P, 2025
14. Is it really empathy? The potentially confounding role of mental imagery in self-reports of empathy, Monzel M Kreidel K Reuther M, 2023
15. The heart’s eye: how mental imagery influences romantic emotion, Cui B Kong Y Zhang W, 2025
16. The vividness of visualisations and autistic trait expression are not strongly associated, Bouyer LN et al., 2025
17. Only minimal differences between individuals with congenital aphantasia and those with typical imagery on neuropsychological tasks that involve imagery, Pounder Z et al., 2022
18. Metacognition in Aphantasia: Taking the “conscious” view seriously, Teng L, 2025
19. Revisiting the mental imagery debate: New evidence from aphantasia and neuroimaging, Lebon F, 2025
20. Loss of imagery phenomenology with intact visuo-spatial task performance: A case of ‘blind imagination’, Zeman A et al., 2010